Die Evangelische Johanniter-Schulen Wriezen pflegen seit 2022 eine Partnerschaft mit der Hachioji City Municipal Dai-San Elementary School in Japan. Jüngstes Projekt des kulturellen Austausches mit der Grundschule in Fernost war die Versendung von Kunstwerken, die Schülerinnen und Schüler beider Länder geschaffen hatten.
Kommt der Biber auf den Grill? Land vereinfacht Entnahme
Hochwasserschutz geht vor Biberschutz. Das regelt die Brandenburgische Biberverordnung. Diese wurde nun überarbeitet. Der Biber kann leichter entnommen werden. Das macht den BUND unglücklich, aber auch den Landesbauernverband. Letzterer hatte schon gewünscht, den Biber auch vermarkten zu können. Von Steffen Blunk
Friedliche Koexistenz: Am kleinen Däbersee bei Waldsieversdorf haben sich Biber angesiedelt – Bibi und Bobo genannt. Hier kann der Spaziergänger oder Wanderer aus nächster Nähe die Baukunst der Nagetiere bestaunen. Dem Wasserhaushalt des Feuchtgebietes rund um die Märchenwiese und des Däbersees dürften die Stauwerke gut tun. Foto: sbl
Am Biber scheiden sich die Geister. Die streng geschützte und nützliche Tierart bringt gleichzeitig ein hohes Konflikt- und auch Gefahrenpotential mit sich. Die Brandenburgische Biberverordnung regelt nicht den Schutz des Bibers, sondern die Ausnahmen dieses Schutzes. Nun wurde diese Verordnung überarbeitet und im März in Kraft gesetzt.
Die einen begrüßen die Überarbeitung der Biberverordnung. Andere sehen in der im März erfolgten Überarbeitung je nach Standpunkt eine halbherzige Aufhübschung oder aber unnötigen und – zumindest für die Population des Elbebibers – gefährlichen Schritt in eine falsche Richtung. Und wie ist das bei den Bibern in Märkisch-Oderland? Wie so oft mag die Wahrheit in der Mitte liegen.
Zunächst: niemand kann ernsthaft wollen, dass Biber das Oderbruch unter Wasser setzen. Deswegen ist es nötig und nach der überarbeiteten Biberverordnung auch schneller und einfacher möglich, alles das zu schützen, was eine Überschwemmung im Oderbruch verhindert. Und zwar sowohl bei Oderhochwasser, wenn Deiche die Oder davon abhalten müssen, das niedriger gelegene Land zu überschwemmen. Als auch durch das stets nach oben drückende Grundwasser, das seit der Trockenlegung ununterbrochen abgeleitet und abgeschöpft werden muss. Entsprechend positiv bewertet die Kreisverwaltung die neue Verordnung, sie muss diese ja schließlich umsetzen. Ulrike Eckert, Leiterin Fachdienst der Unteren Naturschutzbehörde: „Einige Änderungen verbessern die Handlungsmöglichkeiten immens, gerade in Hinblick auf den Hochwasserschutz.“ Was als Verbesserung im Landkreis wahrgenommen wird, sind im Wesentlichen zwei Punkte: Zum einen wurden die Ausnahmen vom Schutz des Bibers erweitert. Maßnahmen gegen den Biber können jetzt auch an Schöpfbauwerken und den Speicherbereichen vor den Pumpwerken ergriffen werden. Diese Schöpfwerke sind für das Oderbruch unerlässlich, ihr Funktionieren muss stets gewährleistet sein.
Der zweite Punkt ist der umfassendere: durften Maßnahmen, die über das Vergrämen von Bibern hinausgehen – also das Töten – an neuralgischen Punkten erst bei Hochwasser-Alarmstufe 3 ergriffen werden, dürfen „berechtigte Personen“ jetzt bereits bei Alarmstufe 2 eingreifen.
Kritik an der Verordnung kommt von allen Seiten. Hier weiterlesen …
Nur positives!
Mitten in der Nacht finden sich Menschen an der Rundkirche Kunersdorf ein, um von hier aus eine Wanderung zu beginnen. Es ist eine besondere Atmosphäre, wenn sich die Gruppe in der Rundkirche Kunersdorf sammelt.
Politik
Rund 40 Personen kamen zum Bürgerdialog der AfD Märkisch-Oderland in die Alte Schule nach Letschin. Der Abend lief nicht wie erwartet - die Anwesenden wollten die negativen Darstellungen der Zustände nicht akzeptieren ...
Ein Duft von internationalen Spezialitäten, Live-Musik lokaler Bands und ein Marktplatz als Ort der Begegnung: „Bad Freienwalde ist bunt“ hat sich seit 2021 zu einem festen Termin im Kalender der Stadt entwickelt ...
Fredersdorf‑Vogelsdorf ringt um die Zukunft seiner Sportinfrastruktur. Radrennbahn und Sportfunktionsgebäude stehen auf der Agenda – doch knappe Ressourcen, lange Planungszeiten und gesetzliche Fristen erschweren die Umsetzung ...
Die Strausberger Stadtverordneten haben sowohl die Haupt- als auch die Stichwahl zum Bürgermeister für ungültig erklärt. Kein Skandal, sondern ein Beispiel für funktionierende Demokratie ...
Der neue Koalitionsvertrag zwischen SPD und CDU steht. 30 von insgesamt 1311 Zeilen widmen die Koalitionäre dem Thema Schiene. Es sind 30 Zeilen, in denen nichts zum Thema Streckenreaktivierung steht. Auch nicht zur Wriezener Bahn.
In ganz Märkisch-Oderland sinkt die Anzahl der Kinder und damit die Auslastung von Kindertageseinrichtungen (Kita). Kita-Schließungen sind somit an vielen Orten unvermeidlich. Strausberg geht in Fall der Kita Wirbelwind einen Weg, der beispielhaft sein kann.
Wirtschaft & Gesellschaft
Energie ist das Jahresthema des Oderbruchmuseums in Altranft. Zum Auftakt gab es eine spannende Auseinandersetzung zur Lage der Energiegewinnung im Oderbruch ...
Seit Jahren steht der Bahnhof Seelow-Gusow leer. Nun will ein Förderverein den Bahnhof zu einem Begegnungsort entwickeln. Wie neues Leben hier aussehen könnte, wurde am 11. April bei einem Bürgerdialog erkundet, zu dem das Amt Seelow-Land eingeladen hatte.
Menschen kümmern sich in ihrer Freizeit ohne Bezahlung für die Gemeinschaft. Sie übernehmen Aufgaben in Vereinen, Verbänden, Initiativen und anderen Gruppen und investieren ihre Zeit und Energie für andere Menschen. Warum tun sie das?
Kunst & Kultur
Der Reichenberger Kulturverein Kultur auf der Höhe hatte am 18. April zum Frühlingskonzert der regionalen Band KiwanoKey eingeladen. Das Konzert fand im Bibliotheksraum des Lebenszentrums Thomas Müntzer in Reichenberg statt, wo zurzeit auch die Landschaftsfotografien von Tilo Schönknecht (Gitarrist und Sänger der Band) ausgestellt sind.
Vom 15. bis 17. Mai finden die 28. Kunst-Loose-Tage im Oderbruch statt. 38 Künstler:innen und Künstler öffnen in diesem Jahr ihre Höfe und Ateliers, flankiert von Ausstellungen in Museen und Galerien.
Musikstudium mit Akkordeon in der einen, Bierflasche in der anderen Hand? Geht. Und am Ende kommt auch etwas dabei heraus ...
Kommentar
Von Katherina Reiche an der Nase herumgeführt
Von Steffen Blunk
Gern wird hinter sperrigen Titeln versteckt, was sonst für Schlagzeilen sorgen könnte. Und lässt selbst der sperrige Titel zu viele Rückschlüsse auf den Inhalt einer Studie zu, lässt man eben die gesamte Studie verschwinden. In der Schublade. Oder irgendwo ganz tief in der Website. Das passierte gerade einer Studie mit dem Titel „Stärkung der regionalen Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien“. Vom Bundeswirtschaftsministerium, noch unter der Ampel in Auftrag gegeben wurde sie irgendwann zwischen Juli letzten Jahres und Januar dieses Jahres fertig gestellt. Und vom Ministerium unter Katherina Reiche so auf einer Unterseite der Website versteckt, dass sie nur findet, wer explizit nach ihr sucht. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!
Warum aber wird die Studie versteckt? Und warum ist sie auch für Märkisch-Oderland hochinteressant – oder brisant? Nun, die Ergebnisse dürften in mehrerlei Hinsicht nicht den Vorstellungen einer Ministerin entsprechen, die den Ruf hat, vor allem den Interessen der großen Energieunternehmen zu dienen. Denn in der Studie wird dargelegt, welche Landkreise wie stark vom Ausbau von Freiflächen- und Dach-Photovoltaikanlagen und Wind heute schon profitieren und in Zukunft profitieren könnten.
Und, oh Wunder, die Energiewende bringt weit mehr an Geld und Wirtschaftswachstum in die Regionen und zu den Kommunen, als sie insgesamt an Kosten verursacht. Überall dort, wo Kommunen bereits besonders effektiv auf die Vorteile der Erneuerbaren setzen, steigen die Einnahmen der Kommunen, siedeln sich mehr Unternehmen an, entstehen Arbeitsplätze. Einige der untersuchten Kommunen beteiligen zudem die Bürgerinnen und Bürger durch günstige Stromtarife an der Energiewende.
Märkisch-Oderland gehört zu den Landkreisen in Deutschland, denen ein besonders hohes Potential an Wertschöpfung zugeschrieben wird. Ein wichtiger Punkt, damit in einer Region Geld verdient und Wirtschaftswachstum erzeugt werden kann, ist jedoch, dass die Investoren in der Region sitzen, keine Großkonzerne sind. Genau das ist ja auch in Märkisch-Oderland, allem voran im Oderbruch einer der Hauptkritikpunkte an der Energiewende: Die Windräder stehen vor der eigenen Haustür, die Gewinne fließen zu den fernen Investoren.
Ein Kritikpunkt, der sich auflösen lässt – das Zauberwort heißt Bürgerenergie-Gesellschaften und Energiegenossenschaften. Mit solchen lokalen Strukturen würden nicht nur die Kosten des Ausbaus von PV und Wind zu Lasten der Region gehen, sondern auch die Erträge vor Ort bleiben und damit direkt oder indirekt kommunale Haushalte wie Geldbeutel der Bürgerinnen und Bürger entlasten.
Insgesamt erfordert die Energiewende eine Wende von zentraler Energieversorgung hin zu dezentraler Energieversorgung. Strom, aber auch Wärme, vor Ort erzeugt, sollte als erstes auch den Ort versorgen. Das ist natürlich nicht im Interesse der großen Konzerne. Und damit auch nicht im Interesse der derzeitigen Wirtschaftsministerin. Wie lange lassen wir uns mit falschen Zahlen und verdrehten Tatsachen noch an der Nase herumführen?
Siehe auch: Energie! Elektrisierende Annäherung an ein kritisches Thema.
Die Studie selbst stellen wir in der kommenden Ausgabe ausführlicher vor.
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Kurzmeldungen
Kulturmonat Mai: Offene Ateliers Brandenburg
Traditionell finden am ersten Maiwochenende die OFFENEN ATELIERS BRANDENBURG statt. 20 Künstlerinnen, Künstler und Institutionen aus Märkisch-Oderland nehmen daran teil. Zwei Wochen vor den Kunst-Loose-Tage (siehe Bericht hier!), die ja auf das Oderbruch begrenzt sind, lohnt es sich auch in die anderen Orte unseres Landkreises zu blicken. So laden etwa Constanze Büxler in Batzlow (Märkische Höhe) oder Joanna Ewa Hahn in Neuenhagen, Heike Lüders in Eggersdorf oder Christine Pfundt in Buckow in ihre Ateliers. Mit vielen Gastkünstlerinnen und Künstlern präsentiert sich auch Hof Prädikow in Prötzel. Es lohnt sich, Samstag von 14 bis 18 Uhr und Sonntag von 11 bis 18 Uhr durch den Kreis zu fahren und in die Orte einzutauchen, in denen Kunst entsteht. Eine vollständige Liste finden Sie hier:
https://offeneateliersbrandenburg.de/kuenstlerinnen-2026-2/ – und wenn Sie auf „Landkreis“ klicken, finden Sie die Teilnehmer nach Kreisen geordnet. Insgesamt nehmen in ganz Brandenburg übrigens über 1000 Künstlerinnen und Künstler an 740 Orten teil.
19 Badestellen im Kreis warten auf Gäste
Insgesamt 19 Badestellen sind für die Badesaison 2026 im Landkreis Märkisch-Oderland ausgewiesen. Sie werden durch das Gesundheitsamt regelmäßg überwacht. Darauf weist der Landkreis in einer Pressemitteilung hin. Die Liste der Badestellen in unserem Landkreis finden Sie hier!
Interssierte können sich übrigens regelmäßig die Qualitätsinformationen per E-Mail zusenden lassen. Dafür ist lediglich eine einmalige Eintragung in die Mailingliste des Kreises notwendig, indem eine E-Mail mit dem Betreff „Badewasserverteiler“ an gesundheitsamt@landkreismol.de gesendet wird.
